Markus Heitz: Collector
Wenn die Zukunft zur Legende wird …
Inhalt

Kris Schmidt-Keen ist Schwerlastfahrer auf Terra und er ist der Beste. Er wird von eine deutschen Firma beauftragt ein außerirdisches Antriebsmodul zu transportieren. Was nach einem einfach Job klingt ist es ganz und gar nicht. Der Transport wird überfallen und das Antriebsmodul gestohlen. Zu allem Überfluss wird Kris für den Diebstahl verantwortlich gemacht und zur Strafe inhaftiert.
Die Collectors sind eine außerirdische Rasse, die der Menschheit weit überlegen sind, doch sie scheinen friedliche Absichten zu haben. Sie beschützen die Planeten der Menschen, die sich ihnen – nicht ganz freiwillig – unterwerfen. Zunächst sieht es tatsächlich so aus, als würden sie die Menschen versorgen und zu Wohlstand verhelfen – sie säubern die DNA und sorgen für hohe Geburtenraten, um die Rasse Mensch zu erhalten.
Um seiner Haft zu entgehen, soll Kris, gemeinsam mit einer Gruppe Justifier, den Ursprung der Collectors finden. Das ganze gleicht einem Himmelfahrtskommando. Und während sie in die tiefen des Raums vordringen und die unterjochten Planeten beobachten, machen sie schreckliche Entdeckungen, die Collector haben ganz anderes im Sinn, als sie vorgeben.
Markus Heitz, DER deutsche Fantasy-Autor, macht sich auf die Science-Fiction zu erobern. Klar, dass dort Werwesen und ähnliches nicht fehlen dürfen. Fremd war sie ihm nie, dieWelt der Sterne, Roboter, Technik und der Abenteuer, wie er im Nachwort selber sagt. Dennoch unterlaufen ihm kleine Missgeschicke, die es in modernen Science-Fiction oder Space-Fiction, wie er es nennt, nicht passieren dürfen.
Die Antriebsmodule, die den Menschen den Aufbruch in die Tiefen des Universums ermöglichen, werden gefunden. Sie lagen Jahrhunderte unter den Pyramiden vergraben und werden erst jetzt gehoben, das klingt sehr fantastisch. Zumal weder dem Autor noch den Menschen im Roman klar ist, wie die Antriebe überhaupt funktionieren und das obwohl der Roman im Jahr 3042 spielt, der Forschung also genug Zeit geblieben wäre, selbst auf den Warp-Antrieb zu
stoßen. Zum Glück für die Menschheit arbeiten die Antriebe autark und funktionieren, einmal an ein Raumschiff geschraubt, zuverlässig und unendlich.
Es bleibt der einzige Patzer, in diesem sonst leichtläufigen Roman.
Sprache/Stil
Heitz ist nicht umsonst einer der meistgelesenen, deutschen Autoren. Das Handwerk des Schreibens beherrscht er wie kein Zweiter, daher ist auch Collector stilistisch ein Leckerbissen. Kurze, spannende Kapitel wechseln mit längeren, erzählerischen Passagen ab und halten so den Leser ständig im Fluss.
Charaktere
Kris Schmidt-Keen ist der Protagonist und somit die Identifikationsfigur für den Leser, was ihm sehr gut gelingt. Er lässt sich leicht verführen, ehe er die wahren Werte erkennt und will sich anfangs nicht in die ihm zugeschriebene Heldenrolle einfinden.
Daneben kommt ein umfangreiches Repertoire an weiteren Figuren vor. Allein das dramatis personnae, das Heitz dem Roman voranstellt umfasst sieben Seiten. Heitz hat also eine bevölkerungsreiche Welt erschaffen. Wobei viele Figuren, die nur Nebenrollen spielen, durchaus das Potenzial hätten größere Rollen zu vertreten. Während andere Figuren, die ein Artenreichtum herstellen sollen, durchaus hätten wegbleiben können.
Wozu dieWerwesen benötigt werden, bleibt während der Lektüre unklar. Hingegen wünscht man sich eine stärkere Präsenz von 23, einem Chemical, also einem Menschen mit schweren Erbgutschäden, der aber besondere mentale Fähigkeiten hat, so kann er per bloßem Willen ein Raumschiff dirigieren.
Aufmachung
Wie es sich für eine Space Opera gehört, ist das Buch in Akte und Szenen unterteilt. Insgesamt gibt es 19 Akte mit jeweils ein bis drei Szenen.
Vorangestellt ist ein umfangreiches Personenregister, das auch die Nebenfiguren und Statisten aufzählt.
Am Ende findet sich ein Nachwort von Markus Heitz und eine Leseprobe von Christoph Hardenbuschs Missing in Action, einem von noch vielen zu erwartenden Sequels von Collector.
Fazit
Abgesehen von den kleinen Schwächen schlägt sich Heitz tapfer in der Welt der Sci-Fi. Obwohl ihm mit diesem Buch nicht der große Wurf gelungen ist, liest es sich kurzweilig und spannend. Aufgrund der großen Fangemeinde und der öffentlichen Wirkung, dürfte auch Collector ein Bestseller werden und mit dem Justifiers-Universum eine neue Dimension ergründen.
Das letzte Kapitel bleibt offen und öffnet die Collector Welt, die Markus Heitz als neues anstrebt, eine endlose Space Opera im Universum der Justifiers.
Phantastik Journal – Wertung: 




- Autor: Markus Heitz
- Verlag: Heyne Verlag
- Erschienen: 05/2010
- ISBN-10: 3453526503
- ISBN-13: 978-3453526501
- Einband: Taschenbuch
- Seitenzahl: 656 Seiten
- Sprache: Deutsch
Vielen Dank an den Heyne Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars


