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Manticor Illustrations

Geschrieben von am 8. August 2010 – 13:18Kein Kommentar

Auf Messen und Cons sind sie stets präsent und mit ihren beeindruckenden Bildern bereichern  sie so manches Fantasy-Buchcover: Manticor Illustrations. Für Phantastik Journal erzählen Elke Brandt und Maik Schmidt, wie ihr Label entstanden ist.

Wann habt ihr eure Leidenschaft für das Illustrieren und Zeichnen entdeckt?

Elke:
Als Mädchen hab ich Frauen in tollen Kleidern gezeichnet und mit meinen Eltern Kirchen und Museen besucht, wo immer wir auch hinkamen. Meine Schwestern fanden das ziemlich öde, doch ich hatte Spaß. Später begann ich mit dem Aquarellieren, dann zeichnete ich nach der Natur und malte mit Öl. Eigentlich wollte ich immer nur Bilder malen, egal womit. So kann ich zum Airbrush und von dort zur Bildbearbeitung am Computer. Mal sehen, was als nächstes kommt. Wie gesagt, man lernt beim malen nicht aus.

Maik:
Ich fing in etwa mit 14 an sehr viel zu zeichnen. Nach dem Abi war ich erst Rettungsanitäter, habe aber in jeder freien Minute wieder zum Bleistift gegriffen. Irgendwann stellte sich dann die Frage: Medizinstudium oder nicht… Ich blieb dann eher bei „oder nicht“ und habe mich noch stärker der Zeichnerei gewidmet und ebenso wie Elke DTP und Airbrush Design, was zu dem Zeitpunkt total angesagt war, gelernt.

Warum gerade Fantasy und Phantastik? Was fasziniert euch an diesen Genres?

Elke:
Im Rahmen der Ausbildung waren Fantasy Illustrationen (Drachen) Semesteraufgabe und ich kam nicht drum herum…Maik war derjenige, der mir die Drachen näher brachte. Er hatte Unmengen an Büchern, die er mir gab und über die wir dann diskutierten. Vergleichende Anatomie fand ich immer spannend und so analysierten wir stundenlang Drachendarstellungen. Da ich Bilder lesen kann und weiß, wie viel sie über den Maler verraten, wollte ich meine „eigenen“ eigentlich nicht zeigen. Doch es hilft mir im Umkehrschluss sehr dabei, die Bilder zu finden, die andere sich erträumen – und wo wird mehr geträumt als in der fantastischen Literatur?

Maik:
Larry war Schuld…was ich ihm auch schon häufiger vorgeworfen habe… als Teenager habe ich den ersten Fantasy Roman gekauft mit einem seiner Titelbilder und gedacht: das will ich auch. Ich finde es toll Dinge zeigen zu können, die sich andere oder wir selbst vorstellen. Fantastischen Wesen ein Stück Realität zu geben und die daran teilhaben zu lassen die es nicht können. Genau den Nerv zu treffen, dass sie sagen: „Das ist es!“- genau wie es bei mir gelaufen ist.

Wie ist aus euch ein Team geworden, also genauer gefragt: wie entstand Manticor Illustrations?

Elke:
Wir haben ja schon während der Ausbildung herausgefunden, dass wir sehr gut zusammen Ideen entwickeln können und dass uns die gemeinsame Arbeit Spaß macht. Außerdem ist es gut, jemanden an der Seite zu haben auf den man sich verlassen kann. Als man von der Buchmesse Leipzig an uns herangetreten ist mit der Frage ob wir für den, damals neuen, Fantasy Bereich Bilder zur Verfügung stellen könnten und dort ausstellen möchten, haben wir unsere Zusammenarbeit quasi offiziell gemacht. So wurde Manticor Illustrations gegründet und wir begannen unser Label zu etablieren.

Ihr bietet im Rahmen Eurer Tätigkeit auch Kurse an. Was genau kann man bei euch lernen?

Maik:
Unsere Kurse sind sehr individuell auf die Teilnehmer zugeschnitten und wir arbeiten auch immer nur in kleinen Gruppen. Fantasy ist da eher selten ein Thema. Wir haben sowohl Zeichen- als auch Malgruppen, in denen die verschiedenen Techniken erlernt werden können. Die Motive selber werden dabei meist von den Teilnehmern vorgegeben. Es ist leichter an einem eigenen Motiv zu lernen als wenn Dir jemand einen toten Fisch hinlegt und sagt: So, jetzt zeichne!

Auf den diversen Messen und Cons kann man euch mit bestechend sympathischer Regelmäßigkeit antreffen. Wie wichtig ist euch der Kontakt zum Kunden bzw. den Phantastik-Liebhabern oder anderen Illustratoren?

Elke:
Sympathische Regelmäßigkeit? Klingt gut…es ist sehr wichtig auch mal „raus“ zu kommen. Und auf den Veranstaltungen sehen wir natürlich sehr gut wie sich die Szene entwickelt, was gerade im Kommen ist etc. Und wir haben Gelegenheit zu sehen wie man auf unsere neuen Arbeiten reagiert. Es ist gleichzeitig geschäftliche Kontaktpflege und Treffen mit Freunden und Bekannten. Viele Kontakte die rein geschäftlich begonnen haben sind mittlerweile auch freundschaftlich geworden. Leider kann man die Leute aber nicht immer treffen, weil man entweder aus den entferntesten Ecken Deutschlands kommt oder sogar aus dem fernen Ausland. Es ist schön den Luxus zu haben, auf diese Weise Job und Spaß verbinden zu können und sich mit Leuten auszutauschen, die sich auf die eine oder andere Weise genauso begeistern, wie wir es tun.

Die Fantasy-Leseinsel auf der Leipziger Buchmesse, immer wieder aufs Neue eine gewaltige Anlaufstelle für die hochkarätigsten Phantastik-Lesungen, habt ihr in den letzten Jahren stark mitgestaltet. Wie ist es dazu gekommen und wie sind eure weiteren Pläne diesbezüglich?

Maik:
Das kam zu einer Zeit als gerade die Projektreferentin für den Bereich gewechselt hatte und anfänglich alle Aussteller unzufrieden mit der neuen Konzeption waren. Bei einem Ausstellertreffen wurde Elke sozusagen Klassensprecherin für uns Aussteller und kümmerte sich im Namen aller um unsere Belange. Da wir als zuverlässige Partner von der vorherigen Referentin empfohlen wurden, kam dann die Frage ob wir die Leseinsel auch betreuen würden. Das war natürlich auch nicht mal „ebenso“ gemacht und wir sahen uns mit völlig neuen Aufgaben konfrontiert. Die eigenen Arbeiten zu präsentieren kann mitunter schon recht stressig werden, aber zusätzlich auch für einen reibungslosen Ablauf der Lesungen zu sorgen, die Autoren zu betreuen und im Vorfeld auch schon Eventualitäten einzuplanen, um allen gleichermaßen gerecht zu werden, war schon extrem. Als dann jedoch das Konzept aufging und alle zufrieden waren, war es natürlich schon ein tolles Erlebnis. Nach und nach haben wir die Betreuung aber an unsere Freunde von WerkZeugs abgegeben, die sowieso die Autoren vertreten. Somit war dieser Schritt nur logisch und wir haben wieder stärker die Gelegenheit Illustrationen zu präsentieren und den Bereich mit großformatigen Bildern auszustatten.

Für WerkZeugs, die für diverse deutsche Autorengrößen wie Bernhard Hennen, Kai Mayer “Zeugs” vertreiben, habt ihr in der Vergangenheit bereits das ein oder andere Motiv beisteuern dürfen. Arbeitet ihr dabei eng mit den “betroffenen” Autoren zusammen oder wie funktioniert da die Motivauswahl?

Maik:
Meist erhalten wir erstmal grundlegende Informationen zu den unterschiedlichen Motiven, ohne Kenntnis darüber, welcher Autor dahinter steckt. Was recht spannend ist, da man natürlich erstmal mutmaßt wer was geschrieben hat. So wird aber auch vermieden, dass nur ein Illustrator für einen bestimmten Autor arbeitet, was mehr stilistische Abwechslung in die Motive bringt. Ist dann der Entwurf abgesegnet, steht es uns frei ob wir mit dem Autor in Kontakten treten möchten. Auch wenn WerkZeugs als Vermittler dient und für einen reibungslosen Ablauf sorgt, lassen sie uns freie Hand wenn wir neue Ideen haben und diese mit den Autoren besprechen.Manchmal, gerade wenn wir die Autoren besser kennen und sowieso Kontakt zu einander halten, ist die Zusammenarbeit deutlich enger. So haben wir beispielsweise mit Christoph Hardebusch ein komplett neues Motiv entwickelt.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft von Manticor-Illustrations?

Elke:
Ich wünsche mir, dass unser Löwe jeden Sturm elegant umfliegt und er immer einen schönen Landeplatz findet.
Ich persönlich würde gern richtig gute Kinderbücher illustrieren, mich über acht bis zehn weitere Malwütige für die Kurse freuen, denn es ist sehr inspirierend, mit anderen gemeinsam Bilder zu finden und Techniken zu erproben. Außerdem würde ich mir wünschen, dass unsere Bilder auch in einigen Galerien zu finden wären. Sehr spannend fände ich auch an einem kompletten Design für eine Fantasywelt zu arbeiten: so richtig von Outfit bis zur Kaffeemaschine alles aufeinander abzustimmen und zu stylen.

Maik:
Nach dem langen Weg, den wir bis jetzt gegangen sind, wünsche ich mir, dass unsere Bilder viele gute Bücher, ob Romane oder Rollenspielabenteuer, zieren.

Weitere Beispiele zu Elkes und Maiks Arbeiten, sowie zusätzliche Informationen über Mal- und Zeichenkurse sind auf der Webseite von Manticor Illustrations zu finden: www.manticor-illustrations.de

Vielen Dank für das nette Interview und weiterhin viel Erfolg!

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