Jules Verne: Reise zum Mittelpunkt der Erde
Steig hinab in den Krater des Sneffels Jökull und du wirst zum Mittelpunkt der Erde gelangen.
Inhalt
Professor Lidenbrock entschlüsselt mit Hilfe seines Neffen ein rätselhaftes Runendokument. In Island soll sich ein erloschener Vulkankrater befinden, durch den es möglich ist, in das Innere der Erde hinabzusteigen.
Der Professor, ein entschlossener Geologe, will sofort aufbrechen und sein Neffe muss natürlich mitkommen. Sie machen sich auf die beschwerliche Reise nach Island, heuern dort ihren treuen und schweigsamen Führer Hans an und steigen schließlich in den Krater des Sneffels hinab.
Tatsächlich öffnet sich ihnen dort eine phantastischeWelt von ungeheurem Ausmaß. Immer tiefer dringen sie in das Innere hervor und steigen den geologischen Formationen entlang in die Tiefen. Sie finden unterirdische Bäche, heiße Quellen und schließlich ein riesiges Meer, das von Ungeheuern bewohnt ist, die längst als ausgestorben galten.
Jules Verne gilt als der Erfinder des Science-Fiction-Romans. Er war der erste, der tatsächliche wissenschaftliche Erkenntnisse in seine Romane hat einfließen lassen. Er fasst in Romanform, den damaligen Wissensstand der Geologie und Evolutionstheorie zusammen und lässt zwei Meinungen, in Person des Professors und seines Neffen, aufeinander treffen. Während der Professor der Ansicht ist, dass die Erde im Innern erkaltet ist, vertritt sein Neffe die Ansicht, dass sie im Innern heiß und flüssig ist. Dies waren damals die konkurrierenden Lehrmeinungen, wobei sich schon zu Jules Vernes Zeiten die Tendenz zu einem heißen Erdinnern abzeichnete. Bemerkenswert ist daher, dass Jules Verne am Ende seines Romans beide Theorien nebeneinander stehen lässt und nicht Position für eine Theorie bezieht.
Sprache/Stil
Aufgrund der Neu-Übersetzung liegt der Roman in einer modernen und zugänglichen Sprache vor.
Jules Verne gelingt es die Spannung hoch zu halten und die Einsamkeit und Düsternis der Unterwelt gut einzufangen.
Charaktere
Professor Lidenbrock ist der engagierte Wissenschaftler, der getrieben von der Jagd auf Sensationen nur zu oft bereit ist, sein eigenes Leben und das seiner Begleiter zu gefährden. Doch immer wieder schimmert der fürsorgliche Onkel durch, wenn Axel in Lebensgefahr gerät.
Axel, ist anfangs von der Reise überhaupt nicht begeistert, behält sogar den Inhalt des Runendokuments zurück, als er es zuerst entschlüsselt, weil er weiß, dass sein Onkel die Reise sofort antreten will, ihm selbst diese Reise aber nicht geheuer ist. Erst mit der Zeit findet er Gefallen an der Reise und drängt sogar auf die Fortsetzung, als sie an kritischen Wegpunkten stehen. Aus seiner Sicht wird die Geschichte erzählt.
Aufmachung
Das Buch liegt als Taschenbuch vor und umfasst sämtliche Illustrationen der Original-Ausgabe.
In einem umfassenden Anhang finden sich reiche Anmerkungen, eine Zeittafel sowie weiterführende Literatur. Dazu kommt ein Nachwort und mehrere Briefe von Jules Verne, die den Plagiatsvorwurf seines Romans behandeln.
Fazit
Jules Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde ist einer der phantastischsten Abenteuerromane, der je geschrieben wurde. Dank der Neu-Übersetzung liegt er in moderner Sprache vor und verschafft somit auch jüngeren Lesern einen Zugang zu diesem Klassiker der Science-Fiction.
Phantastik Journal – Wertung: 




- Autor: Jules Verne
- Verlag: Deutscher TaschenbuchVerlag
- Erschienen: 06/2010
- ISBN-10: 3423138823
- ISBN-13: 978-3423138826
- Einband: Taschenbuch
- Seitenzahl: 432 Seiten
- Sprache: Deutsch
Vielen Dank an den Deutschen Taschenbuch Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


