Gibt es eine Welt jenseits der Welt?
Adrian Cubbish hat offenbar gerade eine Glückssträhne: Er steigt vom gerissenen Drogendealer zu einem der mächtigsten Finanzmanager der Welt auf. Doch als sich ihm seine Mittelsmänner offenbaren, kann er es kaum glauben. Denn es gibt neben unserer Realität noch eine Vielzahl weiterer Welten, die von einem mächtigen Konsortium überwacht werden. Ehe sich Adrian versieht, ist er in ein weitreichendes Komplott zwischen diesen Welten verstrickt – und nicht nur sein Leben, sondern unsere gesamte Realität steht auf dem Spiel …
Inhalt
Neben der uns bekannten Welt existieren unendlich viele Parallelwelten. Einige Menschen besitzen die Fähigkeit zwischen diesen hin und her zu reisen während andere nur ihre eigene Welt kennen. Der Konzern überwacht diese Welten wie auch die Weltenwechsler. Anhand letzterer greift er in das Geschehen auf den Parallelwelten ein, um die Geschicke zu leiten. Untergrundkämpfer beginnen gegen den Konzern zu arbeiten damit er nicht übermächtig wird. Anders als der Klappentext suggeriert, ist die Hauptfigur Temudschin Oh, ein Weltenwechsler, der zwischen die Fronten gerät und sich für eine der beiden Seiten entscheiden muss.
Charaktere
Adrian Cubbish ist eine Nebenfigur. Er steigt zum Finanzmanager auf und gerät später mitten in den Machtkampf zwischen dem Konzern und den Aufständischen.
Madame d’Ortolan ist die Leiterin und als solche für die Weltenwechsler der Inbegriff des Konzerns. Sie strebt nach Macht und Kontrolle durch den Konzern und ist dafür zu allem bereit.
Temudschin Oh ist ein Weltenwechsler, der für den Konzern arbeitet. Er gerät zwischen die Fronten und versucht sich neutral zu verhalten, bis der Tag kommt, an dem er sich entscheiden muss.
Stil
Banks verwebt viele einzelne Erzählstränge ineinander. Zwischen diesen wechselt er oft und schnell sodass ein komplexes Gewirr entsteht, das den Leser manchmal vor den Kopf stösst. Er schafft eine chaotische Atmosphäre mit vielen Unterbrüchen, hackt Handlungsstränge entzwei und verwebt sie mit anderen. Es erscheinen Figuren, deren Sinn auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar ist. Oder es kommt zu Wendungen, die an das Absurde grenzen. Obwohl dadurch der Lesefluss etwas gestört wird ist das durchaus positiv zu werten. Banks gelingt es dadurch auf originelle Weise unsere Zeit abzubilden und versteckt Kritik an der Gesellschaft zu üben.
“Welten” ist verwirrend vielschichtig, was den einen abschrecken mag, den anderen aber in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. Das Buch besitzt psychologische Tiefe und mischt Realität und Fiktion auf eine Art, die zum nachdenken anregt.
Fazit
“Welten” ist ein Gemisch aus Gesellschaftskritik, Science-Fiction und Psychologie. Der Roman vermag auf seine ganz eigene, teils absurde Weise zu fesseln und regt definitiv zum Nachdenken an. Die Sprache ist hervorragend. Aufgrund seiner Komplexität liest sich der Roman aber nicht einfach mal so nebenher.
Phantastik Journal – Wertung: 




- Autor: Iain Banks
- Verlag: HEYNE
- Erschienen: 3. Mai 2010
- Seitenzahl: 560
- ISBN: 978-3-453-52710-2
Vielen Dank an den HEYNE Verlag für die freundliche zur Verfügungstellung des Rezensionsexemplares.















