Jean-Pascal Ansermoz: Das Erwachen der Steine
Mein Name ist Sarah, und dies ist meine Geschichte. Mein Leben begann in einer Zeit, welche für mich immer im Dunkeln geblieben ist. Auch heute noch ist es mir nicht möglich, auch nur etwas Reales aus meiner früheren Kindheit zu erzählen. In meinen Erinnerungen beginnt mein Leben mit zehn Jahren, denn in jener Zeit kam Licht in die Dunkelheit meiner Wesenlosigkeit. In meinen Träumen höre ich Stimmen, die mich rufen. Wie ein Kind der Rastlosigkeit kommen Gedanken und Bilder aus einer Zeit, an die ich mich nicht erinnern kann, welche es aber durch ihre Stärke immer wieder vollbringen, mich zu beunruhigen.
Wer bin ich wirklich?“
Inhalt
Sarah, ein elternloses Mädchen, wird von Alpträumen heimgesucht. Dabei erscheint ihr immer wieder ein Herrenhaus und ein kleines Mädchen und ihr wird klar, dass das mit ihr und ihrer Vergangenheit zu tun hat. Es ist Krieg und Sarah lebt in einem Waisenhaus, das unter brutalen Bedingungen geführt wird. Eines Tages packt sie eine günstige Gelegenheit und flüchtet. Auf ihrer Flucht trifft sie auf Shabo, ein Obdachloser, der sie auf ihrer Suche nach dem Herrenhaus begleitet. Gemeinsam stolpern sie durch die zerstörte Stadt und den ständigen Nebel, bis Sarah ihrer Vergangenheit auf die Spur kommt.
Charaktere
Sarah verkörpert das unschuldige Mädchen, das in den Wirren des Krieges nach ihrer Herkunft und ihrem Platz in der Welt sucht. Dass sie traumatische Erlebnisse hinter sich hat lässt sich erahnen obwohl nie direkt die Rede davon ist. Sie vermischt Traum und Realität und die Grenzen dazwischen verschwimmen auch für den Leser.
Shabo wird zum Mentor und Beschützer für Sarah und hilft ihr bei Ihrer Suche. Seine Beweggründe bleiben weitgehend unbekannt.
Stil
“Das Erwachen der Steine” schafft von Beginn an eine düstere, beklemmende Atmosphäre, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Vieles bleibt unbekannt und diffus. So ist beispielsweise nicht klar in welchem Krieg die Geschichte spielt, oder weshalb Sarah Waise ist. Auch ist über Shabo so gut wie nichts bekannt. Anders als man vermuten könnte stört das aber nicht im geringsten. Im Gegenteil verstärken diese unbekannte Faktoren noch die Atmosphäre und bringen den Leser näher an die Gefühlswelt von Sarah heran. Aus diesem Gesichtspunkt ist es auch nicht wichtig wer Shabo ist, oder was seine Mission ist. Viel wichtiger ist seine Funktion als sicherer Anker in der verschwommenen Welt Sarahs.
Ansermoz spiegelt Sahras Innenwelt in der äusseren Handlung wieder und verwischt geschickt die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit. Was negativ ins Auge fällt sind die vielen Rechtschreibfehler im Buch und einige sprachliche Patzer. Das ist zwar schade, wird jedoch durch die erfrischende Andersartigkeit der Geschichte wettgemacht.
Autor
Jean-Pascal Ansermoz ist ein dreissigjähriger, freiberuflicher Schriftsteller, lebt in der Schweiz, und schreibt sowohl in französischer als auch deutscher Sprache.
Fazit
“Das Erwachen der Steine” packt den Leser durch eine dichte Atmosphäre und bietet ein Lesevergnügen der etwas anderen Art. Sieht man von den Rechtschreibfehlern ab erwartet einem eine Geschichte, die berührt.
Phantastik Journal – Wertung: 




Vielen Dank an Jean-Pascal Ansermoz für die freundliche zur Verfügungstellung des Rezensionsexemplares.
- Autor: Jean-Pascal Ansermoz
- Verlag: EditionPaperONE
- Erschienen: 2010
- Seitenzahl: 130
- ISBN: 978-3-941134-52-2
Saving...

