Agustìn Sánchez Vidal: Quipu
Spanien 1780: Sébastian de Fonseca findet seinen Vater und seinen Onkel tot auf – stranguliert mit einem kunstvoll geknüpften Strick. In dem Seil erkennt Sébastian »Quipus«, in der geheimnisvollen Schrift der Inka geknüpfte Knoten. Mussten die beiden sterben, weil sie versuchten, eine antike peruanische Chronik zu entschlüsseln, in der die Thronfolge des Inka-Reichs festgehalten wurde? Mit der schönen Mestizin Umina begibt sich Sébastian auf eine abenteuerliche Reise nach Peru, zur letzten Festung der Inka. Doch er ist nicht der einzige, der hinter das Geheimnis der Inka-Könige und der Quipus kommen möchte.
Inhalt
Im Jahr 1780 kehrt der Militäringenieur, Sebastián de Fonseca, nach Hause zurück und findet seinen Vater und später auch den Onkel ermordet vor. Es kommt der Verdacht auf, dass die Morde mit einer Chronik zu tun haben, welche die beiden zu entschlüsseln versuchten. Dabei handelt es sich um die Chronik der ersten Jahre des Vizekönigreiches Peru, die mit einem Quipu, einer Knotenschnur der Inka, zusammengebunden ist. Gemeinsam mit der Mestizin Umina tritt er die Reise nach Vilcabamba an, der letzten Bergfeste der Inka. Auf dem Schiff nach Südamerika befindet sich auch Montilla, der vermeintliche Mörder von Sebastiáns Vater. Dessen Ziel ist die Inkastadt Cuzco in Peru, wo er glaubt den Schatz der Inkas zu finden.
Charaktere
Sébastian de Fonseca sucht zunächst nach den Hintergründen der Morde. Dabei vertieft er sich zunehmend in die Chronik und die Geschehnisse vor 200 Jahren. Als auf vielen Gebieten noch unerfahrener junger Mann erkennt er die Tragweite der Geschehnisse nicht. Umina führt ihn aber in die Kultur der Inkas ein und die vielen Erlebnisse, die er auf der Reise durchlebt machen aus ihm einen erfahrenen Abenteurer.
Umina ist mit der Geschichte der Inkas vertraut und führt Sébastian darin ein. Während sie anfangs noch eigene Ziele verfolgt schliesst sie sich bald mit Sébastian zusammen. Für sie ist die Suche nach dem Schatz auch eine Suche nach ihrer eigenen Herkunft.
Montilla ist der Gegenpart auf der Schatzsuche und schreckt vor nichts zurück, um sein Ziel zu erreichen. Seine Figur hätte noch etwas mehr Feinschliff ertragen können. Oft wirkt er einfach klischeehaft böse und es mangelt ihm etwas an Tiefe.
Stil
Die Geschichte spielt auf zwei Ebenen. Gekonnt erzählt der Autor vom Ende der Inkas im späten 16. Jahrhundert und verbindet dies mit einer Schatzsuche, die 200 Jahre später stattfindet. Heikko Deutschmann liest dieses Abenteuer packend vor und man kommt schnell ins Mitfiebern. Quipu beschreibt detailliert den Untergang des Inkareiches und ist somit zugleich spannend und lehrreich. Stellenweise treten jedoch einige Längen auf, wenn die Handlung von langen Geschichtseinschüben unterbrochen wird.
Fazit
Quipu entführt in das Inkareich, eine von historischen Romanen noch selten bedienten Epoche. Dabei ist das Hörbuch spannend und lehrreich. Mancherorts treten einige Längen auf aber über alles gesehen ist Quipu nicht nur für Inka-Fans zu empfehlen.
Phantastik Journal – Wertung: 




Vielen Dank an DAV für die freundliche zur Verfügungstellung des Rezensionsexemplares.
- Autor: Agustìn Sánchez Vidal
- Verlag: Der Audio Verlag
- Erschienen: 27.2.2010
- Spieldauer: 470 Min.
- Format: Lesung
- Medium: 6 CDs
- Sprecher: Heikko Deutschmann
- ISBN: 978-3-89813-976-2
Saving...

