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Carsten Steenbergen: “Der Pilwiz”

Geschrieben von am 7. April 2010 – 13:23Ein Kommentar

Auf den Kornfeldern des Bauern Bruno geht ein Dämon um, der blutige Ernte hält. Verängstigt bittet die Tochter des Bauern, Katharina, den Abt des benachbarten Klosters um Hilfe. Dieser jedoch verweigert ihr seinen Beistand.

Der Abt hat andere Probleme. Um Ansehen in der Kirchenhierarchie zu bekommen, hat er die Abtei hoch verschuldet und für den Bau des Gladbacher Münsters den berühmten Kölner Dombaumeiser Gerhard von Riehl beauftragt. Dessen Dienste sowie das Baumaterial verschlingen Unsummen an Geldmitteln. Baumeister Wenzel von Jüchen ist eifersüchtig auf seinen Konkurrenten. Es verwundert nicht, dass der Abt Katharinas Bericht vom Korndämon schlichtweg als Aberglaube abtut und die Morde einer umherziehenden Räuberbande zuschreibt.

Einzig Heinrich, der Sohn des ansässigen Grafen, steht Katharinas Familie zur Seite. Gemeinsam stellen sie Nachforschungen an, warum der Dämon nur bestimmte Menschen als Opfer auswählt. Die Lage spitzt sich bedrohlich zu, als die Erntehelfer Reißaus nehmen und das Korn auf den Feldern zu verfaulen droht.

Heinrich schleicht sich heimlich in die Bibliothek der Abtei und macht eine schockierende Entdeckung.

Der Pilwiz ist die erste Folge der “Scripta Obscuritatis – Die dunklen Schriften zu Gladbach”. Dieses Hörspiel geht unter die Haut. Besonders gefielen mir die Auftritte des Dämons, die mit plötzlich einsetzenden Toneffekten und schauriger Musik einhergehen. Sehr gut gelungen finde ich die Szene, in der sich Heinrich während des Gottesdienstes mit einem Mönch über das weitere Vorgehen berät. Die damalige Zeit wird sehr anschaulich transportiert, das Gebet wirkt so echt, als stünde man direkt neben den Kirchgängern. Möglicherweise beeindruckt die Szene, weil HaRo einen Pfarrer als Sprecher verpflichtete.

Es gibt leider auch einen kleinen Wermutstropfen. Das Gros der übrigen Sprecher wirkt gehemmt. Viele Dialoge kommen abgelesen rüber, das Spontane fehlt. Eine bemerkenswerte Ausnahme jedoch bildet die Sprecherin von Katharina, Anke Foltin.

Die Spannung bleibt auf einen angenehm gruseligen Level. Die Vertonung selbst ist einwandfrei: Die Soundeffekte kommen zur richtigen Zeit und sind wohlplatziert.

Man findet beim “Pilwiz” einen hervorragend konstruierten Plot, der keine Logiklücken aufweist. Auch die Figuren sind glaubwürdig und handeln nachvollziehbar.

Das Cover von Mark Freier ist spitze. Man sieht den Korndämon – ein menschenähnliches Wesen mit einer Fratze – auf einer Ziege sitzend vor einem Kornfeld. Um das Bild zusätzlich zu verfremden, wurde es in einem gelblich braunen Farbton abgesoftet.

Fazit: Mit dem “Pilwiz” liegt nahezu jeder Hörer goldrichtig. Es ist eine gelungene Mischung aus historischem Plot, verpackt in ein gruseliges Rahmenambiente.

Erschienen ist das Hörspiel beim HaRo Verlag. Mehr Informationen erhalten Sie auf der Website des Verlages.

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Carsten Steenbergen: "Der Pilwiz", 8.0 out of 10 based on 1 rating

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  • keine

Ein Kommentar »

  • avatar DRY sagt:

    Ja, die Geschichte ist wirklich gelungen. Die Schwachpunkte bei den Sprechern sehe ich aber ganz ähnlich. Fällt für mich bei der abschließenden Wertung auch noch ein wenig stärker ins Gewicht.
    Gelingt es, sich da noch zu steigern, könnte das wirklich eine sehr spannende Reihe werden. Potential ist genug vorhanden.

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