Matthias Falke:Die Gaugamela Trilogie – III – Die Schlacht um Sina
Commander Frank Norton und seine Gefährtin Jennifer Ash konnten sich zur Erde durchschlagen. Diese ist nach dem Iupiter-Transit schwer verwüstet. Sinesische Späher patrouillieren im Sonnensystem. Dennoch konnte in unterirdischen Bunkeranlagen und auf geheimen Werften eine neue Flotte geschaffen werden. Norton erhält den Oberbefehl. Jennifer arbeitet als Strategin einen Angriffsplan aus, der sich an der historischen Schlacht von Gaugamela orientiert. Nach Jahren der Demütigung durch die brutale Herrschaft der Sineser holt die Menschheit zum Gegenschlag aus. Es entbrennt eine niedagewesene Schlacht um die Vorherrschaft in der Galaxis.
Der monumentale Höhepunkt und Abschluss der Gaugamela-Trilogie!
Inhalt
Tief unter den Gebirgen der Welt, unbemerkt von den Sinesern, hat die Menschheit eine neue Flotte geschmiedet. Diese Flotte, bestehend aus achthundert Schiffen, darunter einige Großraumtransporter und Schlachtschiffe, liegt nun vor Commander Frank Norton und Major Jennifer Ash, die mit offenen Mündern das Werk der angeschlagenen Menschheit betrachten. Auch ein besonderes Schiff befindet sich in der Flotte: die Explorer Enthymesis. Ihr Schiff, das ihnen am Ende des ersten Bandes gestohlen wurde.
Dieses Geschwader und viele weitere, die in den Werften der Union, auf dem Mars und den Asteroidenwerften geschmiedet wurde, insgesamt zweitausend Schiffe, sind die letzte Waffe der Menschheit gegen die Sineser. Sie sind der letzte verzweifelte Schlag mit dem die Union ausholt, um dann entweder allein das Universum zu beherrschen oder für immer unterzugehen. Commander Norton erhält den Oberbefehl über die Flotte und zögert nicht lange. Mit gewaltigem Dröhnen [..], das die kilometerlange, kreuzförmige Halle erbeben ließ, macht sich die Armada auf, erhebt sich aus ihren Verstecken und beginnt die letzte Schlacht. Schon in den Trümmern des Iupiterraumes gibt Commander Norton den Sinesern den Casus Belli, er zerstört zwei Warpraumsonden, die die Sineser hier stationiert hatten, um die Menschheit zu beobachten.
Die Truppen der Menschen sind den Sinesern zahlenmäßig weit unterlegen. Eine direkte Schlacht wäre also reiner Selbstmord, aber immer wieder in der Geschichte hat es Schlachten gegeben, in denen der scheinbar Unterlegene als Sieger hervor ging. Eine dieser Schlachten ist die Schlacht von Gaugamela, bei der Alexander im Jahr 331 v. Chr. mit etwa 20.000 Mann einem Heer von 1,5 Millionen Persern gegenüberstand. Am Ende ging Alexander als Sieger und damit als König von Persien vom Schlachtfeld. Diese Schlacht dient als Vorlage für Nortons Angriff auf die Sineser.
Er bindet die schweren Einheiten der Sineser in der Eschata Region in einer schiefen Schlachtordnung, um dann selbst direkt gegen das Herz der Sineser, Sina City, vorzustoßen.
Aber Sina City ist schwer bewacht. Und längst sind die Zeiten vorbei, in denen es genügt hat, einen Speer gegen den Feind zu schleudern. Einmal mehr ist hohe Kriegskunst gefragt und mitten in den Wirren der Schlacht, als es Norton nicht gelingen will, seine Truppen entscheidenden Raum gewinnen zu lassen, tritt General Rogers an seine Seite. Der Veteran des Ersten Sinesischen Krieges setzt sein ganzes Geschick ein, um das Blatt zu wenden und dann sind da noch die Borq, die Sklavenrasse, der Sineser, die sich endlich ihrer Übermacht bewusst werden und ins Kampfgeschehen eingreifen.
Die Schlacht um Sina ist eine einzige Schlacht. Es findet kaum weitere Handlung statt. Alles was getan werden musste, wurde in den ersten beiden Bänden getan. Jetzt herrscht die Zeit des Krieges. Die Schlacht um Sina ist entbrannt und es kann nur einer siegreich vom Platz gehen, Sina oder die Menschheit.
Falke gelingt es in spannendem Tempo die Schlacht darzustellen. Von mehreren Frontabschnitten wird berichtet. Von einfachen Soldaten, die zu Helden werden und Helden, die im Feuer der Schlacht untergehen. An allen Fronten ist der Leser dabei und bekommt eine Ahnung der gewaltigen Ausmaße dieser Schlacht. Und wenn er meint, mit Norton auf der sicheren Kommandobrücke zu stehen und aus der Ferne das Schlachtgeschehen zu dirigieren, zieht es Norton an die Front. Seine Kameraden, Jill Lambert und WO Tayler, befinden sich noch in der Hand der Borq und Norton hatte ihnen versprochen, sie da raus zu holen, also steigt er in ein Shuttle und fliegt mitten hinein in die umkämpfte Hauptstadt des Sinesischen Reiches.
Stil/Sprache
Wie in den ersten Bänden, bedient sich Falke auch im dritten Teil einer bildreichen Sprache. Seine Sätze fließen ineinander und unterstreichen so die gerade stattfindende Handlung.
Wieder sind die Kapitel gefüllt mit geschichtlichen Rückblicken, die die Kriege der Menschheit zusammen fassen, analysieren und sich als Resultat in der Schlacht um Sina wieder finden.
Besondere Beachtung wird dabei der Schlacht um Gaugamela entgegengebracht. Und am Ende des Bandes zeigt sich, von wem diese geschichtlichen Rückblicke tatsächlich sind.
Aufmachung
Das Buch umfasst 359 Seiten und ist in 8 Kapitel untergliedert.
Auf dem Cover ist ein großes Raumschiff abgebildet, dass sich mitten im Kampfgeschehen befindet. Nur ein kleiner Ausschnitt der Schlacht, wie sich in der Lektüre zeigen wird.
Fazit
Falke lässt Stahlgewitter durch den luftleeren Raum des Alls donnern. Er beleuchtet die Raffinesse einer Schlacht und zeigt offen seine Bewunderung für die Geschicke Alexanders des Großen, dessen Schlacht von Gaugamela Pate für die Trilogie steht.
Er vergisst dabei aber nicht den einfachen Soldat, der im Feuer der Schlacht für das höhere Ziel geopfert werden muss. Immer wieder diskutiert er diesen Zwiespalt und zeigt im Kampfgetümmel die bemitleidenswerten Seelen, die durch die Stille des Raumes schweben, mit Restluft für ein oder zwei Stunden und ohne Aussicht, gerettet zu werden.
Ein wahrlich gigantischer Abschluss der Trilogie.
Phantastik Journal – Wertung: 




- Autor: Matthias Falke
- Verlag: Mg Verlag
- Erschienen: 2009
- ISBN-10: 3931164284
- Einband: Taschenbuch
- Seitenzahl: 359 Seiten
- Sprache: Deutsch
Vielen Dank an den Autor für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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