Matthias Falke: Der Virenplanet
Ein TITAN-Sternenabenteuer.
Terra droht im Chaos zu versinken. Die Weltregierung beschließt zusammen mit der CRC das Projekt STAR VOYAGER, und die TITAN startet mit zahlreichen weiteren Prospektorenschiffen ins All. Die Ziele: Rohstoffe zur Energiegewinnung und erdähnliche Planeten zur raschen Besiedelung. Amos Carter betraut den Cyborg Five mit einer schwierigen Aufgabe, die nur einer wie er zu lösen vermag. Seine Entdeckungen sind bizarr und schier unglaublich. Ceccyl Céraderon meldet sich freiwillig zu einem Testflug mit grauenvollen Folgen. Ohne es zu wissen stößt sie auf Spuren der Schwarzen Raumer.
Inhalt
Genmanipulierte Wesen treiben auf Terra ihr Unwesen, das zudem von schlimmen Naturkatastrophen heimgesucht wird, kurz gesagt, der Planeten ist unbewohnbar.
Das Projekt Star Voyager wird gestartet: Die Suche nach neuen bewohnbaren Planeten. Diesen gigantischen Exodus zu steuern liegt in der Hand zweier großer Raumschiffwerften. Amos Carter ist Eigentümer der größten Werft und schickt seine Prospektorschiffe auf die Suche.
Gleichzeitig betraut er Cyberjohn Five, eigentlich Navigator der TITAN, mit einem Geheimauftrag. Auch Ceccyl Céraderon wird auf eine Geheime Mission geschickt, nur so viel ist klar, sie soll eine biokristalline Boteneinheit testen, die für das STAR VOYAGER Projekt wichtig ist.
Cyberjohn Five ist ein Mischwesen aus Mensch und Maschine. Sein Körper ist weitgehend zu dem einer Maschine geworden, aber er hat sich seinen menschlichen Geist bewahrt. Er fliegt auf dem Prospektorschiff Jeanne d’Arc zu dem Mond Moses, um diesen zu erkunden. Hier stößt er unerwartet auf erste Spuren des Exodus, die dessen gigantisches Ausmaß zeigen.
Stil/Sprache
An diesem Band haben zwei Autoren mitgearbeitet, wobei Falke den größten Teil geschrieben hat, während Knoke für die Passagen um Ceccyl Céraderon zuständig war.
Der Text ist sehr handlungsorientiert, lange Passagen in den technische Hintergründe erkärt werden fehlen. Dadurch erreicht das Buch eine packende Spannung und ein hohes Tempo. Der Leser ist mitten im Geschehen und jegliche beschreibende Passage wird knapp gehalten und immer wieder durch Dialoge unterbrochen.
Im Kontrast dazu stehen die Passagen um Ceccyl Céraderon, die aus der Perspektive des Botenbewusstseins geschrieben sind. Sie heben sich stark vom übrigen Text ab, sind langwierig und immer wieder verwischen in ihnen Traum und Wirklichkeit, so dass die eigentliche Handlung nur schwer nachvollziehbar ist.
Charaktere
Die Figuren sind einerseits liebevoll und interessant skizziert, andererseits vorhersehbar und stereotyp.
Gerade die Gegenspieler bleiben als stereotype Figuren flach. Sie sind einfach nur böse, stumpf und für die Hauptfiguren keine würdigen Gegner.
Gerade der Gegenspieler zu Cyberjohn, ebenfalls ein Mischwesen aus Mensch und Maschine, mit einem menschlichen Körper »seelisch jedoch vollkommen tot«, bleibt stumpf und erweist sich für Cy nicht als würdiger Gegner.
Auch die Statthalterin, Stellvertreterin des Antagonisten, ist einfach gestrickt und erweckt den Eindruck einer Domina. Sie hat »ein kleines Stöckchen aus Fiberkarbon« mit einer »kugelförmigen Spitze« und fährt den anderen Figuren damit ständig durchs Gesicht.
Aury, Pilotenanwärterin auf der Jeanne d’Arc, wird als üppig beschrieben und soll wohl die erotischen Fantasien der (zumeist männlichen) Leser unterhalten, was manchmal unpassend wirkt, denkt sie doch ständig an Sex, rennt dauernd unter die Dusche und es »verschlägt ihr beinahe den Atem«, als sie Cyberjohns nackten Oberkörper sieht.
Die mit Abstand interessanteste Figur ist Cyberjohn Five. Er ist »körperlich nur noch zum kleinen Teil ein Mensch, zum größeren ein Cyborg.« Aber in seiner Brust schlägt »ein menschliches Herz«. An seinen Schläfen sind Stecker, mit denen er sich direkt in Computer (und später sogar in ein ganzes Raumschiff) einklinken kann.
Gerade seine Passagen sind absolut lesenswert, da er eine Science-Fiction Figur erster Güte ist.
Aufmachung
Das Buch umfasst 521 Seiten. Es liegt als Hardcover vor und ist limitiert auf 888 Exemplare.
Den Umschlag zieren zwei Raumschiffe, die durch das All fliegen.
Im Anhang findet sich die Vorgeschichte, ein umfangreiches Personenregister, sowie ein Nachwort.
Fazit
Der Virenplanet bildet den Auftakt einer neuen Staffel der Raumschiff TITAN Serie und für neue Leser bildet STAR VOYAGER den »optimalen Einstieg«.
Dass der Autor Science Fiction schreiben kann, hat er mehrfach mit eigenen epischen Bänden bewiesen, allerdings bleibt er innerhalb dieser Space Opera unter seinen Möglichkeiten. Das ist wohl den Vorgaben geschuldet, bleibt zu wünschen, dass der Autor den Folgebänden seine Duftnote verpassen kann.
Abgesehen von den Passagen um Lillian, die mehr verwirren, als zur Handlung beitragen, ist Der Virenplanet ein gelungener Auftakt einer neuen Staffel. Gerade die Figur des Cyberjohn wertet diesen Band auf.
Alles in allem ein guter Science-Fiction für kurzweilige Unterhaltung.
Phantastik Journal – Wertung: 




- Erschienen: November 2009
- ISBN-10: 3-89840-281-9
- EAN: 9783898402811
- Einband: gebunden
- Erschienen bei: Blitz Verlag
- Seitenzahl: 512
- Sprache(n): Deutsch
Vielen Dank an den Autor für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


