Keene, Brian – Der lange Weg nach Hause
Weltweit verschwinden schlagartig Menschen. Aus ihren Autos. Aus Einkaufszentren. Aus ihren Betten. Spurlos. Steve, Charlie und Frank sind auf dem Heimweg, als es geschieht. Sie bleiben zurück und wünschen sich bald, selbst verschwunden zu sein. Denn in einem Chaos ungeahnter Ausmaße erleben sie mit, wie die Zivilisation um sie herum zusammenbricht. Verängstigt und voller Fragen brechen sie auf zu einem Marsch durch eine neueWelt … auf der Suche nach Antworten, nach Gott, nach ihren Lieben. Auf der Suche nach einem Zuhause.
Drei Männer auf dem Weg nach Hause. Während um sie herum die Welt untergeht. Doch was ist Zuhause? Dieser Frage geht Keene nach, während er Steve, Frank und Charlie, drei Pendler, in den Wirren des Weltuntergangs über die Interstate nach Hause laufen lässt.
Aber das Zuhause, ist kein Haus aus Stein gebaut, es ist auch nicht die Familie oder ein greifbarer Ort, es ist Gott. Der biblische Gott hat den Weltuntergang eingeleitet und damit stellt sich die Frage, wer oder was Gott ist. Ist er der Gott der Juden oder der Gott der Christen oder von allem etwas? Keene kennt die Antwort selbst nicht und lässt daher seinen Protagonist am Ende eben jenen Gott finden, der eine Kraft jenseits des Judentums, des Christentums, eines Dogmas oder eines Religionsbekenntnisses ist.
Ausgehend von einem Autounfall laufen die drei Männer zu Steve nach Hause. Dabei sehen sie mehr und mehr, wie die Welt zerfällt und die Menschen immer brutaler werden. Chaos und Anarchie herrschen auf den Straßen. Keene zeigt in vielen Bildern den Zerfall der Zivilisation, so werden Kinderschänder an der nächsten Brücke erhängt und Frauen auf offener Straße vergewaltigt. Die Polizei in Form des Officers Simmons, sitzt weinend im Wald und ist selbst vor dem Chaos geflüchtet.
Der lange Weg nach Hause wird deutlich beschrieben und er zieht sich zäh und lange hinaus. Keene gelingt es wunderbar die Länge des Weges sprachlich darzustellen ohne dass der Text selbst langweilig wird. Die Ungeduld Steves, der endlich zu seiner Frau will, tut ihr übriges, um die Spannung aufrecht zu halten. Keene zeichnet eine Welt, die im Sterben liegt. In dieser Welt herrscht die blanke Gewalt. Und nur vereinzelt, als kleiner Lichtblick schimmert die menschliche Nähe durch. Die drei Männer, die zu Freunden werden, obwohl sie sich kaum kennen.
Stil/Sprache
Keenes Stil ist klar und einfach. Und deshalb wirken seineWorte stark und deutlich. Die Geschichte wird aus der Sicht Steves erzählt. Immer wieder ist die Handlung von Rückblenden auf seine gemeinsame Zeit mit seiner Frau Terri unterbrochen.
Charaktere
Steve ist ein Zweifler, der gerne glauben möchte, aber nicht weiß an was und ob es überhaupt einen Gott gibt. Erst als das Ende aller Tage eingeleitet ist kann er an Gott glauben, weil Gott existiert.
Frank, ist angezogen von der menschlichen Nähe. Seine Frau hat ihn verlassen und seine Kinder melden sich nicht mehr bei ihm. Er ist froh über die Freundschaft mit Steve und Charlie.
Charlie, ist der schwule Freund Steves. Steve muss ihn zu Beginn drängen, damit Charlie überhaupt mitkommt.
Aufmachung
Das Taschenbuch umfasst 150 Seiten. Es ist als Novelle angelegt. Das Cover zeigt eine Interstate bei Nacht. Und einen gleißenden Strahl, der auf diese Straße hernieder fährt.
Fazit
Für Freunde des Horrorgenres ein Muss. Von Keene wird man noch viel hören. Er macht sich auf ein leuchtender Stern am Horrorhimmel zu werden.





- Erschienen: März 2008
- ISBN-10: 3-902607-01-7
- Einband: kartoniert/broschiert
- Erschienen bei: Otherworld Verlag
- Seitenzahl: 158
- Gewicht: 107 g
- Sprache(n): Deutsch
- Übersetzt von: Michael Krug
- Ausstattung: 1 farbige Abbildungen
Rezension von: Stefan Falke
Vielen Dank an den Otherworld Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


