Finn, Thomas: Der eisige Schatten
„Die Feenkönigin ist die einzige, die mir helfen kann, endlich ein richtiger Zauberer zu werden. Und sie ist die einzige, vor der sich sogar Morgoya fürchtet.“ Kai blieb stehen und funkelte die Elfe an. „Wer auch immer dieses Feenreich mit tödlichem Eis überzogen hat, ich wette mit dir, Morgoya steckt dahinter. Aber ich bin verdammt noch mal die Letzte Flamme! Irgendeinen Sinn muss das doch haben. Notfalls werde ich all das hier, eben wieder auf tauen!“ Fiadora sah ihn an als hätte er den Verstand verloren.
Inhalt
In Hammaburg trifft ein Schiff ein. Die Besatzung ist tot und jeder Winkel ist von Eis überzogen. Einzig das Leben vom Elf Gilraen hängt noch am seidenen Faden. Kai weiß nicht ob er ihm vertrauen kann und hält ihn für einen Spion von Morgoya.
Schließlich ruft die Feenkönigin Berchtis alle Magier der freien Welt zusammen, um sich gegen Morgoya zu verbünden. Kai und seine Gefährten bekommen eine magische Kutsche geschickt, die sie durch das Land begleitet. Als Kai, Gilraen, Eulertin und Fiadora aber im Reich der Feenkönigin eintreffen haben bereits die Frostgeister angegriffen und das Land mit einer Decke aus Schnee und Eis bedeckt. Der Kampf gegen Morgoya beginnt.
Charaktere
Die Charaktere sind wie im ersten Teil sehr farbenfroh gestaltet und laden zum mitfühlen ein. Besonders Kai muss immer mehr erkennen, dass er einen wichtigen Teil im Kampf gegen Morgoya beitragen wird und nicht nur ein kleiner unbedeutender Irrlichtfänger, sondern ein Magier ist.
Auch die Nebencharaktere sind feinfühlig ausgearbeitet und haben ihren festen Platz in der Geschichte.
Für manche Leser mag es allerdings zu viel des Guten sein, dass die meisten Charaktere und auch Handlungsfäden, starke Parallelen zum deutschen Sagenschatz aufweisen.
Zum Beispiel Morgoya, die böse Zauberin, erinnert an die Artus Sage des angelsächsischen Raums und Magister Eulertin, lässt an den kleinen Däumling denken.
Stil/Sprache
Der eisige Schatten ist flüssig und sehr farbenfroh zu lesen. Man kann mit allen Sinnen mitfühlen und wird ein Teil des Buches.
Da das Buch für Jugendliche verfasst ist, sind auch die Gesprächsfetzen an den meisten Stellen lockerer gehalten als in vielen anderen Fantasybüchern.
Die Beschreibungen der gesamten Welt und Handlungen haben einen märchenhaften Charakter. Ebenso im Stil von Märchen sind auch die Seiten von Gut und Böse gehalten.
Auch die Bezeichnung der Orte ist ein zweischneidiges Schwert. Dem einen mag die Ähnlichkeit mit deutschen Städten zu stark sein, der andere wird dies sicherlich begrüßen. Hammaburg an der Elbe, Fryburg, das Alptraumgebierge, Schwarzer Wald, Colona und die Unistadt Halla in den Harzenen Bergen ist nur ein Teil der Geographie mit der Kai konfrontiert wird.
Aufmachung
Das Buch liegt als Hardcover vor und ist mit einem Schutzumschlag versehen. Ein Glossar und eine Landkarte sind nicht vorhanden aber auch nicht notwendig. Wie bereits erwähnt, entspricht die geographische Lage der Orte denen von deutschen Städten und Gebieten.
Fazit
Eine Geschichte die gut und böse auf die Waagschale legt und ihre Pfade zwischen Freundschaft, Vertrauen, Glauben und Zweifel zieht.
An diesem Buch werden sich sicherlich die Geister scheiden. Es ist schwierig dieses Buch wirklich zu empfehlen oder davon abzuraten. Viele lieben es und betrachten es als spannende Lektüre. Für andere wird die Ähnlichkeit mit der Wirklichkeit und den bekannten Sagen aber zu groß sein. Dadurch wird das Buch zu einem weiteren Fantasyroman, der sich nicht sonderlich von anderen abhebt und dabei andere Geschichten so weit verzerrt, dass ein mehr oder weniger neues Werk entsteht.
Für alle die bereits den ersten Teil verschlungen haben, handelt es sich um eine gelungene Fortsetzung der Nebelkriege, die mit zahlreichen neuen Ideen aufwartet und den Leser mit viel Spannung in die Welt der Mythen und Sagen zieht.
Phantastik Journal – Wertung: 




- Erschienen: Juni 2008
- ISBN-10: 3-473-35269-1
- EAN: 9783473352692
- Einband: gebunden
- Erschienen bei: Ravensburger Buchverlag
- Seitenzahl: 448
- Gewicht: 868 g
- Reihe: Ravensburger Junge Reihe
- Sprache(n): Deutsch
- Altersempfehlung: 13 – 15
- Ausstattung: 22 cm
Hinweise
Rezension von: Laura Kier
Vielen Dank an den Ravensburger Buchverlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


