Goingback, Owl: Dunkler als die Nacht
In den eigenen vier Wänden findet man Geborgenheit und Schutz. Was könnte schlimmer sein, als wenn sich die vermeintliche Sicherheit plötzlich als Trugbild erweist?
Mit seinem Roman „Dunkler als die Nacht“ spürt Owl Goingback den geheimsten Ängsten der Menschen nach.
Der Autor Mike Anthony schreibt Horror- und Dark Fantasy Romane. Als seine schrullige Großmutter stirbt und ihm ihr Haus in Missoury hinterlässt, verlässt er mit seiner Frau Holly und den beiden Kindern Megan und Tommy das hektische New York und zieht nach Houdson County. Obwohl er nach dem Tod seiner Eltern einige Zeit bei seiner schrulligen Großmutter Vivian Martin verbracht hatte, erinnert er sich kaum noch an diese Zeit.Das mulmige Gefühl, das ihn auf der Fahrt zu seinem neuen Heim begleitet, ignoriert er.
Als sie ankommen entpuppt sich das Bauernhaus als vollgestopft mit Kisten, uralten Zeitungen und allerlei anderem Kram. Die Familie beginnt das Haus zu renovieren. Alles bis auf die Sammlung der Kachinapuppen – kleine mit Stofffetzen und Federn geschmückte Holzpuppen der Hopi Indiander – wird entsorgt. Aus dem düsteren alten Kasten wird ein hübsches Wohnhaus.
Holly beginnt die furchterregenden Holzmasken im Wohnzimmer von der Wand zu nehmen. Als sie für einen Moment aus dem Zimmer geht, hört sie einen lauten Knall. Sie findet eine der verbleibenden Masken in zwei Teilen gespalten, am Boden liegend. Gleichzeitig ist in der Wand ein langer, senkrechter Riss erschienen aus dem eine eigenartige Kälte dringt.
Auf den neu verlegten Bodenfliesen der Küche erscheinen plötzlich Flecken in der Form von menschlichen Fratzen, die jeden Tag dunkler werden und immer klarer zu erkennen sind. Die Kinder sehen seltsame Schatten durchs Haus huschen. Schließlich verschwindet die Katze. Mike findet sie am nächsten Tag bestialisch zugerichtet im Keller des Hauses. Der Sheriff tut den Vorfall kurz entschlossen als natürlichen Tod ab.
Die Bewohner des kleinen Städtchens die schon Mikes Großmutter als verrückt abgestempelt hatten, übertragen ihre Antipathie auf die Anthonys. Auch der Sheriff ist der Meinung, dass Mike sich bloß wichtig machen will um die Verkaufszahlen seiner Bücher anzukurbeln, denn so etwas wie Schreckgespenster, gibt es einfach nicht.
Der Einzige der die Gefahr erkennt und ihnen helfen könnte, ist ein seltsamer alter Indianer mit einem Gehirntumor. Doch von seiner Hilfe will Mike nichts wissen. Er ist Realist und weigert sich konsequent, an die Existenz von Schreckgespenstern oder Schatten zu glauben. Schließlich ist er nicht so verrückt wie seine Großmutter und er weiß, dass sich jedes Vorkommnis völlig logisch erklären lässt. Die Vorfälle häufen sich und die Situation eskaliert.
Stil / Sprache
Der Roman ist flüssig geschrieben und die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel. Die gut ausgearbeitete Entwicklung der Story sorgt für ein angenehm schauerliches Lesevergnügen.
Die Idee der Geschichte wurde unterhaltsam und spannend umgesetzt. Von Beginn an, zieht sich ein kaum merklicher, drohender Unterton durch den Roman, der Kapitel für Kapitel immer eindringlicher und beklemmender wird. Der Autor verzichtet auf blutige, reißerische Szenen, sondern spricht statt dessen, sehr subtil, die Urängste der Menschen an. Besonders die Anmerkung des Autors am Schluss trägt nicht wirklich zur Beruhigung des Lesers bei.
Es ist deutlich erkennbar, dass sich der Autor in den Mythen von denen er erzählt wie zu Hause fühlt und umfassend recherchiert hat.
Charaktere
Mike Anthony, der Schriftsteller, will sich und seiner Umgebung unbedingt beweisen, dass er ein vernünftiger Mann ist, der an Fakten- und nicht an Märchen glaubt und für alles eine logische Erklärung findet. Er befindet sich in der Zwickmühle. Einerseits würde er gerne auf seinen Instinkt hören, andererseits kann er sich das selbst nicht erlauben, da er auf keinen Fall als verrückt gelten will. Er weigert sich an etwas Übernatürliches zu glauben. Im Lauf der Geschichte steigert sich seine Unsicherheit und er versucht für alles eine vernünftige Erklärung zu finden. Seine Frau Holly ist anfangs ebenso kritisch, beginnt aber im Lauf der Geschichte ihrem Instinkt immer mehr zu vertrauen. Als sie seltsame Schatten sieht und befürchten muss, dass ihre Kinder Megan und Tommy in Gefahr sind, beginnt sie auch Unnatürliches in Betracht zu ziehen. Die Warnungen des alten Indianers Sam, der eine ziemlich genaue Vorstellung davon hat was im Haus der Anthonys passiert, bringen etwas Hintergrundwissen über indianische Mythen in die Geschichte.
Aufmachung
Der Titel erfasst den Kern der Geschichte und harmoniert mit dem Titelbild, das klar auf das Genre hindeutet und gut zur Story passt. Der Text auf der Hinterseite führt kurz in die Geschichte ein und macht neugierig.
Fazit





- Erschienen: März 2008
- ISBN-10: 3-902607-03-3
- Einband: kartoniert/broschiert
- Erschienen bei: Otherworld Verlag
- Seitenzahl: 351
- Gewicht: 213 g
- Sprache(n): Deutsch
- Übersetzt von: Michael Krug
- Ausstattung: 1 farbige Abbildungen
Vielen Dank an den Otherworld Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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