Richard Matheson: Ich bin Legende
Robert Neville lebt als letzter Mensch auf Erden in einer Welt von Vampiren.
Nachts verbarrikadiert er sich in seinem zu einer Festung ausgebauten Haus,
tagsüber durchstreift er das Land der Toten auf der Suche nach Nahrung und
Waffen. Doch die Vampire können warten . . .
Inhalt
Eine Seuche hat die Menschheit befallen und lässt sie zu Vampiren mutieren.
Robert Neville ist als einziger Mensch immun gegen diese Seuche. Jeder
Tag seines Lebens dreht sich darum, am Leben zu bleiben und sich gegen die
Übermacht der Vampire zu wehren. Er baut Knoblauch an, verbarrikadiert sich
nachts in seinem Haus und zieht tagsüber durch die Straßen, um die schlafenden
Vampire zu töten.
Immer wieder stellt er sich die Frage, warum er das alles tut. Warum er am
Leben bleibt. Welchen Sinn sein Leben hat und kennt doch die Antwort. Er ist
die letzte Hoffnung der Menschheit. Robert Neville muss ein Gegenmittel gegen
die Seuche finden. Er macht bei seinen Forschungen erstaunliche Fortschritte
und stellt fest, dass es zwei Arten von Vampiren gibt. Lebende und tote. Für die
toten Vampire, die Untoten, ist jede Hilfe zu spät. Aber den lebenden Vampiren
kann er noch helfen.
Lange und eindringlich, aber niemals langweilig, erklärt Matheson die Gründe
für den Vampirismus auf wissenschaftlicher Basis. So ist für den Leser nachvollziehbar,
warum Vampire durch einen Pflock im Herz sterben oder warum sie
Angst vor Kreuzen haben.
Das letzte Drittel des Buches liest sich rasant. Die Ereignisse überschlagen
sich. Neville sieht sich der Bedrohung der Vampire immer mehr ausgesetzt.
Lange kann er keinen Widerstand mehr leisten und seine Forschungen sind noch
nicht ganz abgeschlossen.
Stil/Sprache
Das Buch ist ein absoluter Genuss. Die Sprache ist klar und modern, trotz
dessen das Buch bereits 1954 geschrieben wurde. Matheson hat es aber 1995
vollständig überarbeitet, was sich in der Sprache deutlich zeigt. Zu keinem Zeitpunkt
ist das Buch langweilig oder zäh, im Gegenteil, es fällt schwer, das Buch
zur Seite zu legen.
Das Buch untergliedert sich in vier Teile und deckt einen Zeitraum von drei
Jahren ab.
Charaktere
Die Charaktere sind entsprechend ihrer Notwendigkeit mehr oder weniger
stark gezeichnet. Jeder Charakter trägt seinen Teil zum Verlauf der Handlung
bei.
Der Protagonist ist Robert Neville. Aus seiner Sicht wird die Geschichte erzählt.
Er ist der am deutlichsten gezeichnete Charakter. Seine Handlung ist zu
jedem Zeitpunkt für den Leser nachvollziehbar. Er ist von Ängsten, Zweifeln,
aber auch Hoffnung und Träumen hin und her gerissen. Einerseits verzweifelt
er an seiner Einsamkeit und gibt sich dem Alkohol hin. Andererseits schöpft
er Hoffnung aus den Fortschritten seiner Forschung und sieht die Rettung der
Menschheit zum Greifen nah. Der Leser kann sich voll mit ihm identifizieren
und teilt seine Gefühlsregungen.
Aufmachung
Das Buch hat 398 Seiten und ist als Taschenbuch erhältlich. Es handelt sich
hierbei um eine völlig überarbeitete Neuauflage. Zusätzlich zum Roman »Ich
bin Legende«, enthält es zehn Kurzgeschichten des Autors, die als ein »Best of«
seines Schaffens angesehen werden können.
Zum Film
Das Buch diente als Vorlage für den aktuellen Kinofilm »I am Legend« mit
Will Smith in der Rolle des Robert Neville. Allerdings weicht der Film in weiten
Teilen von der Vorlage des Buches ab, so dass das Buch nicht nur die spannendere,
sondern auch die genussvollere Alternative ist.
Fazit
Ein Buch, das in keinem Regal fehlen darf. Es liest sich fast von selbst. Zwar
handelt es von Vampiren, ist aber keine klassische Vampirgeschichte, so dass
es auch für Leser empfehlenswert ist, die sich aus Vampirgeschichten nicht viel
machen. Im Fokus des Buches steht vielmehr die Vereinsamung Nevilles und die
Frage, was das Menschsein eigentlich ausmacht.
Phantastik Journal – Wertung: 




- Autor: Richard Matheson
- Verlag: Heyne
- Erschienen: 01.2008 (vollständig überarbeitet)
- ISBN: 978-3-453-50155-3
- Einband: Taschenbuch
- Seitenzahl: 398 Seiten
- Sprache: Deutsch


