Ronelli, Gian Carlo: Goweli – Der letzte Engel
Inhalt
Eine Mordserie an kleinen Mädchen erschüttert die USA. Noch viel verwirrender als die Tatsache, dass die ermordeten Mädchen stets kniend und mit gefalteten Händen zurückgelassen werden, ist die Tatsache, dass die DNA die man vom Mörder findet offenbar mit der übereinstimmt, die man auf dem Turiner Grabtuch gefunden hat. Aber wie soll ein Mensch, der seit fast 2000 Jahren tot ist in der Lage sein, sechs Mädchen zu ermorden? Und wäre der Mann aus dem Grabtuch, von dem man annimmt, dass es Jesus Christus war, tatsächlich der Mörder, würde das Weltbild von Millionen von Christen grundlegend erschüttert. Eine wilde Jagd beginnt, in der die Charaktere Mercedes Brightman (Wissenschaftlerin im Bereich Genetik und Biotechnik) und Professor Ron Kramer dem Rätsel auf die Spur und sich gegenseitig näher kommen. Die Beiden werden stets begleitet von dem FBI-Agenten Mark Grimley, einem Cherokee Indianer, der mit seiner Abneigung gegen moderne Technik und seinem Hang zum Ahnenkult etwas Abwechslung und Auflockerung in das Geschehen bringt. Das Ende ist etwas überraschend aber ebenso wie der Rest der Geschichte sehr gelungen.
Sprache/Stil
Ronelli schreibt die Gedanken und Dialoge teilweise sehr umgangssprachlich. Allerdings ist seine Schreibweise durchgehend flüssig und an vielen Stellen auch fesselnd. Ronelli versteht es immer wieder neue Spannung aufzubauen, um dem Leser dann auch wieder kurze Verschnaufpausen zu gönnen. Das artet jedoch nie in Phasen der Langeweile aus.
Man merkt, dass Ronelli sich selbst viel mit den Themen Zeitreise und Esoterik beschäftigt hat, denn diese beiden Bereiche werden in dem vorliegenden Roman nicht nur knapp angerissen, sie sind Hauptbestandteile des Buches.
Der Wortwitz der einzelnen Charaktere und die Charaktergestaltung an sich sind durchweg gelungen. Die Charaktere erscheinen glaubwürdig in ihren Handlungen, Gedanken und Gefühlen. Auch die Entwicklung, welche die einzelnen Hauptpersonen im Laufe der Geschichte nehmen, ist nachvollziehbar.
Ronelli beschreitet den gleichen Weg, den mittlerweile unzählige Autoren vor ihm gegangen. Er wählt ein biblisches Thema um eine allumfassende Verschwörungstheorie zu entwickeln. Im Gegensatz zu seinen teilweise wesentlich namhafteren Kollegen jedoch ist es Ronelli gelungen dabei doch völlig neue Pfade zu beschreiten. Sein Plot wirkt gut durchdacht und steckt voller Überraschungen. Das Geschehen ist bis zur letzten Seite unvorhersehbar und selbst der Epilog hält noch eine Überraschung für den Leser parat.
Aufmachung
Das Buch hat ca. 200 Seiten. Da es sich um eine broschierte Ausgabe handelt, sind die Seiten etwas größer als bei „normalen“ Standardbüchern. Aus diesem Grund würden die 200 Seiten in anderen Büchern auch problemlos 250 bis 300 Seiten füllen.
Der Softcover-Einband ist mit einer Wasserabweisenden Beschichtung versehen. Das Buch selbst ist in Klebebindung hergestellt. Sehr positiv ist auch das gute Korrektorat zu bewerten, Rechtschreibfehler sucht man nahezu vergeblich.
Fazit
Ein hervorragendes Erstlingswerk des Autoren, der uns hoffentlich noch eine Menge Bücher dieses Formates liefern wird. Das Einzige, was etwas negativ aufstößt ist der Preis, der mit 16,50 € doch etwas hoch angesetzt ist. Wer jedoch bereit ist, diese Summe für das Buch auszugeben, wird mit einigen Stunden großartiger Unterhaltung belohnt.

Phantastik Journal – Wertung: 




- Erschienen: März 2007
- ISBN-10: 3-940235-00-8
- Einband: kartoniert/broschiert
- Erschienen bei: Sieben Verlag
- Seitenzahl: 200
- Gewicht: 325 g
- Sprache(n): Deutsch


