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Schweizer, Frank: Grendl

Geschrieben von am 30. Mai 2007 – 13:42Kein Kommentar

Mit Frank Schweizer betritt ein Autor die Literaturszene, der es mit seinem Buch Grendl auf die Lachmuskeln der Leserinnen und Lesern abgesehen hat.
Doch was steckt hinter dem Satz “Frank Schweizer ist die deutsche Antwort auf Terry Pratchett“? Wir haben das Buch für Sie unter die Lupe genommen.

Inhalt
grendlMax Merkur, nach 24 Semestern frisch promovierter Philosoph, ist tot. Aber er ist nicht allein damit, und er ist keineswegs einfach „so“ tot – er wurde genichtet, der Tag des Jüngsten Gerichtes ist da. Dagegen kann man allerdings noch etwas unternehmen, erklärt man ihm, denn die Teufel gönnen den Engeln den Triumph nicht. Und so muss Max gemeinsam mit dem Teufel Lutherion auf eine Reise durch Raum, Zeit, die Hölle sowie einige weitere Nah- und Ferntoderfahrungen – dies alles, um den Sinn des Lebens zu erfahren, dem Drachen Grendl die Laune zu verderben und endlich einmal ein Buch aus der Satanischen Bibliothek auszuleihen.

Stil /Sprache
Der Autor müht sich um einen Stil in der Tradition von Douglas Adams: Irrwitz, Klamauk und Sarkasmus sind wichtiger als die eigentliche Geschichte. Während Adams allerdings seine Geschichten mit Physik und technischen Details würzte, liegt Schweizer die Philosophie am Herzen – verständlich, hat er doch selbst dieses Fach studiert.

Manche Ideen dieser Geschichte sind atemberaubend, irrsinnig komisch und schlichtweg gelungen. So zum Beispiel die Kühlschränke, die Atome rückwärts laufen lassen und deshalb nicht nur hervorragend zur Kühlung höllischer Cocktails, sondern auch als Transportmittel geeignet sind.

Andere Gags zünden leider nicht. Das Zusammentreffen des Helden mit Philosophen aller Epochen überzeugt mich nicht, die ehrwürdigen Herren erscheinen blass, die Dialoge flach. Beschreibungen – z.B. ein geducktes, niedriges Haus, das an einen Frosch erinnert (?) und über hallenartige Wohnräume verfügt – haben mich leider immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. Manche Pointe wird zu lange ausgewalzt, Running Gags (Eichhörnchen!) hätten etwas sparsamer dosiert sein dürfen.

Aufmachung
Dieses Buch ist ein Hardcover mit genähtem Textblock, mit Lesebändchen und einem ausführlichen Personenregister. Da die Geschichte nicht nach Norm gedruckt ist, hat man hier also ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis. Die 175 Seiten dürften eher 250 – 300 Seiten entsprechen. Cover und Innenillustrationen zu Beginn eines jeden Kapitels wurden per Computer erstellt – nicht die schönsten denkbaren Exemplare, aber doch ansprechend genug. Sehr positiv auch das gute Korrektorat, es gibt kaum Rechtschreibfehler.

Fazit
[aartikel]3950218556:right[/aartikel]Grendl spielt nicht in der gleichen Liga wie die Meisterwerke der humoristischen Fantasy. Doch Schweizer wird hoffentlich nicht jung sterben, sondern seine Kunst noch verfeinern lernen. Dieses Buch ist kurzweilig zu lesen, mit Schwächen, die man ihm verzeihen kann.

Phantastik Journal – Wertung: ★★★☆☆

  • Erschienen: Mai 2007
  • ISBN-10: 3-9502185-5-6
  • Einband: gebunden
  • Erschienen bei: Otherworld Verlag
  • Seitenzahl: 175
  • Gewicht: 370 g
  • Sprache(n): Deutsch
  • Illustrator: Jan Balaz
  • Ausstattung: 10 Abbildungen von Jan Balaz. 21,5 cm
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