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Markus Heitz

Geschrieben von am 15. Oktober 2006 – 20:48Kein Kommentar

Wir hatten die Möglichkeit, uns mit Meister Mahet zu unterhalten. Dabei haben wir dem Schöpfer von Ulldart und Co. etwas über die Schulter geschaut.
Herausgekommen ist ein interessantes Interview, über Zwerge, Kochkünste und Verfilmungen.
Hier nun das Interview, wobei noch gesagt werden muss, dass dieser Text schon etwas älter ist, und darum auch noch nicht die Rede von “Krieg der Zwerge” ist.

Markus Heitz Zum Warmlaufen

Phantastik Journal: Wieso haben Sie angefangen zu schreiben ?

Weil es mir ein Bedürfnis war. Einfach so. Es gab kein einschneidendes Erlebnis oder so etwas. Ich hatte einfach Lust dazu.

Wie gehen Sie dabei vor ? Suchen Sie Ideen, oder warten Sie bis Sie ein “Geistesblitz” haben.

Beides. Mal trifft mich eine Idee (das kann überall sein), andererseits lässt sich das forcieren, indem ich mich hinsetze und mir zu einem Thema intensiv Gedanken mache.

Kommt es vor, dass Sie einfach drauf los schreiben, oder plotten Sie immer zuerst alles ?

Ich plotte immer alles, der Übersicht wegen. Bei Romanen. Bei Kurzgeschichten ist das was anderes.

Welchen von Ihren Romanen gefällt ihnen am besten und wieso ?

Es gefallen mir alle gut. Ich wäre doof, etwas anderes zu schreiben. :o ) Der Shadowrun-Roman 05:58 hat sehr, sehr viel Laune gemacht, weil es ein Krimi und was völlig anderes war. Der Krieg der Zwerge hat ebenfalls viel Spaß bereitet.

Über den Roman “Die Zwerge”

Warum gerade Zwerge ?

Warum nicht? Zwerge sind bodenständig, raubeinig, gradlinig, können sehr viele Dinge sehr gut, heben dabei aber nicht ab.

Elfen sind mir zu perfekt, und das Volk, das ich noch interessant finde, sind die Albae, die bösen Brüder der Elfen. Aber dazu musste ich erst „Die Zwerge“ schreiben. :o )

Wie lange schrieben Sie am Roman “Die Zwerge” ?

Fünf Monate.

Fällt es einem leichter, eine Fortsetzung zu schreiben, als wenn man sich zuerst alles ausdenken muss ?

Eine Fortsetzung soll besser sein als die Vorgänger, von daher ist es eigentlich schwieriger. Die Leserinnen und Leser erwarten mehr.

Wie kommen Sie eigentlich auf die Namen ? Denken Sie sich einfach welche aus die Ihnen gefallen, oder gibt es da noch andere Methoden ?

Ich jongliere mit Buchstaben herum, bis dabei Namen herauskommen, die zu dem Charakter passen. So kann es sein, dass Charakter bis zum Ende nur XXX heißen, bevor ich nicht den passenden Namen habe.

Viele orientieren sich ja an J.R.R. Tolkiens Roman “Der Herr der Ringe”, wenn es um Zwerge, Elben und Orks geht. Taten Sie das auch, oder wollten Sie die Zwerge von Grund auf neu erschaffen ?

Ich habe die Möglichkeit, sie genauer zu beleuchten und ihnen mehr Details zu geben. Meine Details. Ich zeige sie, wie ICH mir das Völkchen eben so vorstelle.

Über den Roman “Der Krieg der Zwerge”

War diese Fortsetzung geplant, oder entsand sie aufgrund der Nachfrage nach einem zweiten Band ?

Ich hatte mir im ersten –wie auch im zweiten- Hintertürchen offen gehalten, um einen eventuellen Band folgen lassen zu können. Glücklicherweise wollten die Leute mehr von Tungdil lesen, so kam es zu der Bitte seitens PIPER nach einem zweiten Band. Und bei dem dritten lief es zu meiner sehr großen Freude genauso.

Auch dieser Band umfasste beinahe 600 Seiten (es hätten ruhig noch ein paar mehr sein dürfen ;) ). Planen Sie von Anfang an, wieviel Seiten der Band inetwa umfasst, oder wissen Sie das bis zum Schluss nicht genau ?

Nein. Es wird schon ein gewisser Umfang von mir geplant. Im Grund hat das Buch 800 Seiten, aber es wurde enger gesetzt. :o ) Den Umfang zu planen hilft auch, das Buch selbst zu planen, an den falschen Stellen nicht zu ausschweifend zu werden.

Macht es Ihnen Spass, Ihre Figuren sterben zu lassen ? Wäre der Roman ein Film, wäre er wohl erst ab 16 Jahren, wenn man sich die Kampfszenen anschaut.

Sagen wir mal so: Wenn Helden auf Reisen gehen, kehren nicht alle wieder. Warum sollte das in der Fantasy anders sein? Also haben einige Figuren das Pech, heldenhaft oder unheldenhaft zu sterben. Spaß habe ich nicht, aber wenn es einen Lieblingsbösewicht erwischt, finde ich es sehr schade. :o )

Was die Detailfreude der Kämpfe angeht: Tja. Der Film „Herr der Ringe“ hätte auch eine höhere Altersfreigabe verdient gehabt. Kämpfe gehören in der High Fantasy eben dazu. Wer die Kämpfe nicht mag, kann ja die Augen beim Lesen zumachen. :o )

Ginge Ihr Traum in erfüllung, wenn Ihre Zwergenromane, oder auch Ulldart verfilmt werden würde ?

Kann man so sagen. Es müssten dann aber schon ein guter Regisseur und ein ordentliches Budget her. Gerade Ulldart würde ich sehr gerne auf der Leinwand oder als gute Serie sehen.

Mit der Herr der Ringe Verfilmung wurde ja eine sehr hohe Messlatte gesetzt……

Oh ja! Andererseits kann es nun keine Ausreden mehr geben. Wie Peter Jackson zeigte: Es ist ALLES möglich, Computer sei Dank.

Allgemein:

Was halten Sie von J.R.R. Tolkien und seinem Lebenswerk “Der Herr der Ringe”

Er hatte als erster die Idee, aus bekannten Motiven eine eigene Welt zu kreieren und sie auszubauen. Ich würde sagen, er hat seinen Job sehr gut gemacht.

Viele sagen ja, Harry Potter sei etwas für Kinder. Wie sehen Sie das ?

Keine Ahnung. Ich habe kein einziges Buch davon gelesen. Keine Zeit. Muss ja selbst Bücher schreiben.

Weiter gehts

Sie haben am 24. Dez. einen dritten Teil ihrer Zwergensaga angekündigt. Steht der Plott schon, oder existiert die Idee erst in Ihrem Kopf ? (Ich könnte mir noch vorstellen, das Furgas eine wichtige Rolle besetzen könnte….)

Ja, der Plot steht bereits. Es wird noch bunter und noch abwechslungsreicher. Wie gesagt, eine Fortsetzung sollte nach Möglichkeit besser sein. Furgas… mh…. An den habe ich noch gar nicht gedacht. :o )

Der Titel “Die Rache der Zwerge” tönt ja schon mal gut. Ist der Titel definitiev oder kann der sich noch ändern ?

Es ist mein Arbeitstitel, aber die Chancen stehen gut, dass er später auf dem Einband zu lesen sein wird.

Sie geben ja an, das Piper Sie um eine Fortsetzung gebeten hat. Hätte es auch ohne diese Bitte einen dritten Band gegeben ?

Sehr wahrscheinlich.

Die Fans werden nach einem vierten Band schreien, sobald der Dritte draussen ist……

Mal abwarten. Nicht, dass ich denke, dass das Buch schlecht sein wird, ganz im Gegenteil. Ich bin nur ein skeptischer Mensch und warte nach dem Schuss lieber, ob ich getroffen habe, anstatt den Sieg zu bejubeln. Außerdem kommt die Zeit ins Spiel. Ich habe da noch ein paar andere Projekte…

Sie geben ja auf Ihrer Seite an, dass Sie noch weitere Bücher schreiben werden, die überhaupt nichts mit Zwergen, Elfen und Orks zu tun haben. Speziallisiert man sich als Autor nicht auf ein spezielles Gebiet ?

Nein. Die Abwechslung ist wichtig. Wenn ich NUR Fantasy schreiben würde, wäre es mir bald zu langweilig. Das ist der Grund, weswegen ich zusammen mit dem Droemer-Knaur Verlag an einem historischen Werwolf-Roman arbeite. Um es anders zu sagen: Es wäre wie jeden Tag Pizza. Nacheiner Woche will man einfach mal ein Steak oder Gemüse essen.

24. Hatten Sie einen Plan, als Sie Ihren ersen Roman schrieben, oder schrieben sie einfach mal auf gut Glück drauf los ?

Damals habe ich einfach drauflos geschrieben. Es war sozusagen ein Roman für mich, Ulldart 1, um zu sehen, ob ich die Figuren und die Handlung im Griff halten kann. Da merkte ich, dass ich es schaffe und die Story mehr hergibt.

Gibt oder gab es Zeiten wo sie einfach keine Lust mehr hatten zu schreiben ?

Nein.

Was ist mit Schreibblockaden ?

Auch keine, und ich hoffe, es bleibt so.

Gibt es etwas, über dass Sie am liebsten schreiben wollen, oder haben Sie das schon ?

Es wird immer Themen geben, die mich besonders reizen. Das kann etwas Historisches oder etwas Aktuelles sein. Oder eine Fantasy-Figur, die man so noch nicht gesehen hat, wie die Zwerge. Ich habe noch ein bisschen was vor.

Wie kommt es, dass Sie so gerne backen ?

Ich finde es einfacher als kochen. Damit meine ich nicht die alltägliche Küche, die habe ich voll im Griff. Aber ein Menü oder was Ausgefalleneres aus den Kochtöpfen zu zaubern, ist nicht mein Ding. Lieber knete ich Teig.

Frühlingsecken der Finsterniss….Ich denke dass sie besser schmecken als es sich anhört ;)

Man erzählt es sich. Und die Kalorien sind wahrlich höllisch. :o )

Verraten Sie unseren Lesern das Rezept ?

Fürstliche Frühlings-Ecken der Finsternis ;o)

Der Teig: 300g Mehl

1 Tl Backpulver

100g Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

130g Margarine

2 Eier

Der Belag: 7 El Erdbeermarmelade (450g)

100g Zucker

1/2 Pfund Butter

2 Päckchen Vanillezucker

4 El Wasser

200g gehackte Haselnüsse

200g gehackte Mandeln

250g Schogetten (Vollmilch oder Herb; eine Mischung der beiden schmeckt sehr gut)

1 El Zitronensaft

Der Frühlingstouch:400g Frischkäse oder 400g 40%er Quark

Blütenhonig und Puderzucker

Zitronensaft

100g Karamelsplitter

Zubereitung:

1. Die Zutaten für den Teig zu einem Knetteig verarbeiten, auf dem Tisch ausrollen und auf ein Backblech mit Backpapier auslegen.

2. Die Erdbeermarmelade auftragen. Mit Zitronensaft beträufeln, damit es nicht zu süß wird.

3. Butter im Topf zerlassen, Zucker, Vanillezucker und Wasser hinzugeben, Masse kurz aufkochen lassen.

4. Nüsse und Mandeln unterrühren, danach die Masse gleichmäßig auf dem Teig verteilen.

5. Im Backofen bei 180 Grad ca. 30 Minuten backen lassen bis die Schicht knusprig goldbraun ist.

6. Die Schogetten im Wasserbad schmelzen und die flüssige Schokolade ganz dünn auftragen.

7. Den Frischkäse mit Honig, Puderzucker und Zitronensaft nach Belieben abschmecken. Das Zitronig-frische sollte dabei aber im Vordergrund stehen.

Danach die Masse am besten mit einem Messer auf die abgekühlte Schokoladenschicht auftragen und für die Optik die Karamelsplitter darüber streuen.

8. Das Gebäck in Rechtecke, danach durch Diagonalschnitte in Dreiecke schneiden.

Hinweis: Wegen des verwendeten Frischkäses bzw. Quarks, sollten die Fürstlichen Frühlings-Ecken der Finsternis am gleichen Tag gegessen werden. Also entweder viele Leute einladen oder kleinere Rezepte backen.

Notfalls überstehen es die F.F-E. d.F. ein bis zwei Tage im Kühlschrank.

Dessert-Tip: Die Karamelsplitter auf einem flachen Teller anhäufen. Dann den wie oben zubereiteten Frischkäse mit einem kleinen Eisbällchenformer zu Kugel drücken, in den Karamelsplittern rollen und mit Schokoplättchen als Deko auf kleinen Tellern servieren.

Je nach benutztem Honig lassen sich interessante Geschmacksvarianten erzeugen, z.B. Wald-, Akazien-, Tannen- oder Rapshonig.

Wer ist eigentlich für das Cover Ihrer Bücher verantwortlich ? Bestimmen Sie mit oder überlassen Sie das den Layoutern ?

Das macht der Verlag.

Sie wurden ja mit dem Phantastik Preis 2003 ausgezeichnet. Kam das überraschend ?

Ziemlich. Ich hatte zwar auf der Homepage zur Abstimmung aufgerufen, aber nicht damit gerechnet, dass ich nominiert werde UND gewinne.

Was ist das für ein Gefühl, wenn man da gewinnt

Ein sehr, sehr Gutes. Ich bekam den Preis für den 1. Ulldart-Band und habe es als Neuling als Bestätigung gesehen. Es war definitiv ein Ansporn.

Was ist das Peinlichste, was Ihnen jemals passiert ist ?

Das werde ich sicherlich nicht in einem Interview verraten. :o )

Noch irgendwelche letzten Worte ?

Wer nur seinen Augen traut, sollte besser niemals blind werden.

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