Heitz, Markus: Die Mächte des Feuers
Wir haben den neuen Roman für Sie gelesen.
Was wäre wenn Drachen existiert hätten und dies auch noch immer täten? Genau dieser Frage geht Markus Heitz in seinem neusten Werk nach. Nach einem rasanten Einstieg, der einem die verschiedenen Drachen etwas näher bringt, trifft man auch schon bald auf die Drachentöterin Silena. Die Drachentöter stammen von Heiligen ab, die in der Vergangenheit Drachen erlegt hatten. Typisch für Markus Heitz gibt es bei jedem neuen Kapitel eine Art Zeitungsausschnitt zu lesen, in dem einem auf angenehme Weise die verschiedenen Ansichten und Tatsachen rund um die Drachen und und ihren Verfolgern dargelegt wird. Neben den Drachentötern sind dies auch die Drachenjäger, die im Gegensatz zu den Erstgenannten nur jagt auf die Drachen machen, um daraus Profit zu schlagen.
Markus Heitz schafft es, den Forscher im Leser zu wecken. Während man zu Anfang mit dem vermeindlichen Held im Himalaya herumklettert, und erfährt, dass die russische Revolution nie stattgefunden hat, ist man schon im nächsten Moment in einen Luftkampf zwischen Drachen und Menschen verwickelt. Der Autor vermischt Realität und Fiktion gekonnt und verändert die geschichtliche Ereignisse so, dass der Leser begierig darauf wartet, was daraus erwachsen könnte.
Wärend der Hauptteil der Story viele Einsichten und Wendungen bietet, und den Leser auf Trab hält, schwächelte sie am Schluss etwas. Der finale Kampf scheint ein bisschen hastig, und einige Elemente passen nicht wirklich so zusammen, wie sie es sollten.
Charaktere
Silena die Drachentöterin, Zadornov der Hellseher, der stehts unter Drogen steht, Skelton, der smarte Versicherungsagent sowie Madame Satra als Medium bilden einen ziemlichen bunten Haufen an Charaktere, die verschiedener nicht sein könnten. Wärend sich am Anfang noch niemand der Vier kennt, führt sie das Schicksal und ein gemeinsames Ziel zusammen. Die Charaktere sind sehr amusant und kommen gut daher.
Markus Heitz gewährt uns immer wieder kleine Einblicke in die Leben der einzelnen Protagonisten. Silena, die Anfangs als harte, flugbesessene Drachentöterin eingeführt wird, zeigt immer mehr, dass sie durchaus auch weibliche Seiten an sich hat (und damit sind nicht nur die körperlichen gemeint).
Genauso amusant ist es, als der Vollblutengländer Skelton auf den russischen Fürsten Zadornov trifft, der sich so ganz und gar nicht fürstlich aufführt. Wenn er nicht gerade Drogen konsumiert, vergnügt er sich mit Frauen oder protzt mit seinem Fürstentitel. Skelton hingegen bittet Zadornov um dessen Hellseherische Fähigkeiten, um diverse gestohlene Artefakte zu finden, weil die Versicherung, bei der er arbeitet nicht zahlen will. Es ist köstlich wie der smarte Skelton den chaotischen Fürsten versucht bei der Stange zu halten.
Ein etwas spezieller Charakter ist das Medium Satra. Eine machtgierige Frau, die durch ihre Schönheit und dem gerissenen Charakter jeden Mann so führen kann, wie sie möchte. Dies erinnert doch sehr stark an Aljascha aus der Romanreihe „Ulldart“, welche ebenfalls von Markus Heitz stammt.
Dennoch schafft es der Autor den Personen Leben einzuhauchen und nicht selten überrascht er den Leser mit unerwarteten Charakterzügen, die man so gar nicht erwartet hätte.
Schreibstil
Markus Heitz zu lesen macht einfach Spass. Die Texte sind flüssig geschrieben und der Autor hält sich nicht mit langatmigen Beschreiben auf. Die vielen englischen „Spezialbegriffe“ und geschichtlichen Hinweise, zeigen, dass Markus Heitz gut recherchiert hat, und weiss wovon er schreibt. Vor allem die Eigenheiten der Engländer sind toll geschildert und vermitteln einem einen Eindruck von London und Co.
Was aufgefallen ist, sind die verhältnismässig vielen Schreibfehler. Auch dass mitten in einem Kapitel die Schriftgrösse plötlich 8 Punkte beträgt, anstatt 10 lässt einem überlegen, ob der Verlag da geschlafen hat.
Fazit
[aartikel]3492263496:right[/aartikel]Die Mächte des Feuers ist eine intressante und spannende Geschichte, welche dem Leser eine ganz neuartige Welt präsentiert, und aus der man sicher noch viel mehr machen könnte. Obwohl der schluss manchmal etwas konfus wirkt, kann die Geschichte als Ganzes überzeugen. Die verschiedenen Charaktere und die vielen Wendungen vermischen Fantasy, Realität und Krimi gekonnt und wecken den Indiana Jones im Leser. Mit dem vielsagenden Schluss, hat sich Markus Heitz auch die Hintertür für eine Fortsetzung offen gelassen. Für Fans von Markus Heitz ist das Buch Pflicht, und auch andere Fantasyleser können bedenkenlos zugreifen.
Phantastik Journal – Wertung: 




- Erschienen: September 2006
- ISBN-10: 3-492-70133-7
- EAN: 9783492701334
- Einband: gebunden
- Erschienen bei: Piper
- Seitenzahl: 578
- Gewicht: 860 g
- Sprache(n): Deutsch
- Ausstattung: 22 cm



